Männer ab 65: Auf zum Bauchaorten-Screening!

Das Bauchaorten-Aneurysma ist eine besonders tückische Erkrankung, denn es macht sich in der Regel erst bemerkbar, wenn das Leben des Patienten akut bedroht ist. Gesetzlich versicherte Männer ab 65 Jahren können kosten- und umstandslos vorsorgen, auch bei ihrem Urologen.

Lange musste die Medizinerschaft die Gefahr beschwören, am Ende hatte die Politik ein Einsehen: Seit Anfang dieses Jahres übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ein Vorsorge-Screening der Bauchschlagader. Eine überfällige Entscheidung, die Leben retten wird, auch wenn die Kostenübernahme nur für die besonders gefährdete Gruppe der Männer ab 65 Jahren gilt.

Von ihnen leidet eine große – in Deutschland schätzungsweise knapp siebenstellige – Zahl unter Ausbuchtungen der Bauchschlagader, sogenannten Aneurysmen. Wobei der Begriff „leiden“ insofern in die Irre führt, als die Betroffenen jahrelang nichts davon merken. Bedingt vor allem durch Rauchen und Bluthochdruck dehnen sich die Aneurysmen dann stetig weiter aus. Neben der Hauptschlagader (Aorta) im Brust- und Bauchraum können sie auch im Gehirn entstehen.

Ohne es zu ahnen, schweben die Aneurysma-Patienten in akuter Lebensgefahr. „Wenn die Gefäßaussackungen überdehnt werden, können sie platzen und dadurch innere Blutungen hervorrufen“, warnt der Urologe Dr. Gert Heine, der in seiner Praxis in Berlin-Mitte ebenfalls die Vorsorgeuntersuchung „Abdominelles Aorten-Aneurysma“ (AAA) anbietet. „Statistisch kommt es bei sieben von 1.000 Männern über 65 zum Platzen eines Aorten-Aneurysmas, nur einer der sieben überlebt den Vorfall.“

Lebensrettende Vorsorge ist schmerzfrei und schnell erledigt
In aller Regel lassen sich Aneurysmen der Bauchschlagader zuverlässig bei einer Ultraschalluntersuchung entdecken. „Für den Patienten verläuft dieser Vorsorge-Check absolut schmerzfrei und ist innerhalb weniger Minuten erledigt“, betont Dr. Heine.

Auch wenn das Risiko bei männlichen Senioren deutlich höher liegt als bei weiblichen und bei jüngeren Menschen, kann sich die Früherkennungs-Untersuchung auch für letztere Patientengruppen lohnen – insbesondere bei Rauchern. Denn das Rauchen gilt als Hauptrisikofaktor eines AAA.

Wird ein Aneurysma entdeckt, entscheidet der Arzt je nach Größe, ob weiter beobachtet (dann werden die Folgeuntersuchungen von den Kassen erstattet) oder operiert wird. Bei einer Operation kann das betroffene Aortenstück durch eine Gefäßprothese ersetzt werden. Alternativ lässt sich das Aneurysma mittels eines Stentgrafts von innen abdecken. Dabei handelt es sich um eine Schlauchprothese, die über ein Gefäß in der Leistenbeuge in die Aorta eingebracht wird.

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